HELLO! MY NAME IS

LINSENFLIEGE

DECKNAME

Hundefliege, lat. Thyreophora cynophila

AUSSEHEN

  • mit bis zu 9 mm Länge für eine Fliege relativ groß
  • metallischer Glanz, Brust und Hinterleib stahlblau gefärbt, Kopf leuchtend orange
  • auffällige Borsten am ganzen Körper
  • trägt am Rücken eine verlängerte Platte, die in 2 dicken Borsten endet
  • Beine, insbesondere die Hinterbeine stark verdickt

VERHALTEN

  • Larven entwickeln sich in den Markknochen großer Säugetiere, wie Hirsche, Rinder, Hunde, Pferde und Esel
  • diese Knochen müssen beschädigt (geöffnet) sein, damit die Larven Zugang zum Markkanal bekommen
  • Fliege ist vor allem im Herbst und im zeitigen Frühjahr aktiv
  • bewegt sich oft laufend fort

LEBENSRAUM

  • war früher hauptsächlich in Frankreich, Österreich, der Schweiz und in Deutschland verbreitet, für eine Insektenart in Mitteleuropa ein ungewöhnlich kleines Verbreitungsgebiet
  • bewohnte dort sowohl Wälder als auch landwirtschaftlich geprägte Siedlungsbereiche

XTINCT SEIT

1848

WIEDERENTDECKT

2010

LETZTE SICHTUNG

Mitteleuropa

GRUND DES AUSSTERBENS

Diese Fliegenart hat sich wahrscheinlich in einem Ökosystem mit Großtierherden und großen Raubtieren entwickelt, wie es während der Eiszeiten und davor für Mitteleuropa bezeichnend war. Nur große Raubtiere wie Säbelzahntiger, Leoparden, Bären und Wölfe waren in der Lage, die dicken Röhrenknochen ihrer Beutetiere aufzubrechen, um an das begehrte Mark zu gelangen. Von den Resten, die die Jäger übrig ließen, ernährte sich die Larve der Linsenfliege. Als Menschen am Ende der letzten Eiszeit die großen Wisent-, Wildpferd- und Mammutherden ausrotteten, schaffte es die Linsenfliege, sich der veränderten Situation anzupassen, indem sie ihre Eier auf Kadaver von Haus- und Nutztieren ablegte. Mitte des 19. Jahrhunderts war jedoch auch diese Nahrungsgrundlage nirgendwo mehr in nennenswerter Menge zu finden, denn im Zuge der Industrielle Revolution hatte sich auch die Landwirtschaft in Mitteleuropa gewandelt und veränderte Hygiene-Richtlinien führten zu einer schnelleren Entsorgung von Tierkadavern. Außerdem fällt der Zeitpunkt des Aussterbens mit der Ausrottung der letzten mitteleuropäischen Großraubtiere (Wolf, Bär und Luchs) zusammen, so dass sich die Larven der Linsenfliege auch nicht mehr in deren Beuteresten entwickeln konnten.

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